Wirkprinzip und Effektivität der Protrusionsschienen ("Apnoeschienen")

Ziel der Schienentherapie ist es, eine Verengung der oberen Luftwege (= Obstruktion) abzustellen. Insbesondere die Lage des Unterkiefers und die der anhängenden Weichgewebe (Zunge, Weichgaumen et.) soll verändert werden. Es geht darum, den Unterkiefer nach vorne zu stellen (in eine sog. Protrusion) und damit den hinteren Zungenraum frei zu machen und frei zu halten.
In geeigneten Fällen kann dies auch durch eine kieferorthopädischen Regulation oder mit operativen Mitteln der Kiefer-Gesichts-Chirurgie erreicht werden. Beide zahnärztliche Therapieoptionen sind aufwendiger, besitzen aber einen sehr guten, zumeist anhaltenden Effekt auf die OSA und führen zu einer vollständigen Beseitigung der obstruktive Schlafapnoe, ohne dass man nach erfolgreichem Behandlungsabschluss noch Hilfsmittel benötigt. Wir kooperieren mit Kieferorthopäden und Kieferchirurgen und überweisen Fälle, bei denen eine  Erfolgschance besteht, zu diesen Spezialisten.

In den meisten Fällen ist jedoch eine Behandlung mit sog. (intraoralen) Protrusionsschienen angezeigt, auf die wir in unserer Praxis spezialisiert sind.

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Protrusionsschienen erreichen, dass der Unterkiefer über Nacht in einer vorgeschobenen Position gebracht und dort gehalten wird. Auf diese Weise werden auch die Zunge und alle anhängenden Gewebe vorverlagert und zusätzlich eine vorteilhafte Muskelspannung erzeugt. Das bewirkt insgesamt die Erweiterung des hinteren Zungenraumes und einen nachhaltigen Effekt auf die Durchgängigkeit der Atemwege. Dieser Schieneneffekt auf die OSA und zumeist auch auf das Schnarchen stellt sich sehr regelmäßig ein. Bei leichten bis mittelgradigen Apnoe-Fällen oder generell bei Patienten, die diese Geräte nicht verkraften, kann dann auf eine Überdruckbeatmung verzichtet werden.

 

Unterkieferlage und hinterer Zungenraum bei Schienentherapie/ nach Kieferorthopädie und Kiefer-Gesichts-Chirurgie

Mit Unterkieferprotrusionsschienen wird der Unterkiefer nach vorne verlagert und während der Nacht so gehalten. Mit diesen Geräten nimmt das Rachenraum- Lumen um bis zu 30 % zu. Der Muskeltonus steigt. Dadurch nimmt die Kollapsneigung des Gewebes ab und der Rachenraum hält dem Unterdruck beim Einatmen besser Stand.

 

Effektivität der intraoralen Protrusionsschienen

Im Rahmen einer Disseration wurde der Schieneneffekt auf die OSA untersucht (Thier 2013). Im Rahmen dieser umfassenden Studie wurden die von unserer Arbeitsgruppe (AGZSH) präferierten Protrusionsschienen (SchäfLa® und BußLa®) validiert. Wichtig ist anzumerken, dass es sich um ein unselektiertes Patientengut von 88 Fällen handelt, d.h., es wurden alle OSA-Schweregrade behandelt:

Schieneneffekt von 88 Schienenfällen mit SchäfLa® und BußLa®
Vollständiger Erfolg (AHI unter 5/h): 85,1%
Primärer Mißerfolg (AHI über 10/h): 14,9%

Dies bedeutet auch, dass bei einer Selektion noch bessere Erfolgsaussicht bestehen. Selektion liegt vor, man Schienen ausschließlich bei risikoarmen und optimal geeigneten Fällen anwendet.

Optimale Schienenauswahl - Systematik

 
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